Hexenschuss (Lumbago): Ursachen, Symptome und Erste Hilfe Tipps

Der Hexenschuss ist zu einer richtigen Volkskrankheit geworden, denn die meisten Menschen sind zumindest einmal in ihrem Leben davon betroffen. Medizinisch wird der Hexenschuss als Lumbago bezeichnet, doch dieser Begriff ist kaum jemandem geläufig. Ärzte sprechen aber auch gerne vom akuten Lendenwirbelsäulen-Syndrom, welches kurz LWS-Syndrom genannt wird.

Der Hexenschuss tritt vollkommen unvorhergesehen auf und kann zu heftigsten Schmerzen führen. Schon eine ganz einfache Bewegung kann als Auslöser in Frage kommen, so dass man auch bei normalen Alltagsbelastungen nicht davor gefeit ist. Schon das Bücken, Aufrichten oder eine Drehbewegung können einen Hexenschuss verursachen.

In der Regel vergehen die heftigen Rückenschmerzen auch wieder von alleine und hinterlassen keine Folgeschäden.

Entstanden ist derBegriff Hexenschuss übrigens im Mittelalter. Die Leute glaubten damals daran, dass eine Hexe einen Pfeil in den Rücken der Betroffenen geschossen hat.

Hexenschuss: Was ist das?

Beim Hexenschuss handelt es sich um einen akuten Schmerz im Kreuz. In der Regel erholt sich etwa die Hälfte der Patienten innerhalb einer Woche. Für die meisten Betroffenen hat es sich nach zwei Wochen erledigt, und nur 10 Prozent leiden vier bis sechs Wochen darunter.

Wenn man sich die Statistiken anschaut, ereilt der Hexenschuss fast 90 Prozent der Bevölkerung zumindest einmal. Auffallend häufig sind Menschen zwischen ihrem 30. und 50. Lebensjahr davon betroffen. Es ist kaum zu glauben, dass ältere Menschen wesentlich seltener einen Hexenschuss haben, obwohl Rückenschmerzen in dieser Altersklasse häufiger sind. Das liegt offensichtlich daran, dass die Wirbelsäule zunehmend versteift.

Was löst einen Hexenschuss aus?

Die Ursachen für einen Hexenschuss können sehr vielfältig sein. In der Regel lässt er sich auf eine beliebige Bewegung zurückführen, die gar nicht unbedingt außergewöhnlich sein muss. Teilweise liegt es aber auch an einer Überbelastung oder an falschen Bewegungen. Dabei tritt der Schmerz nicht zeitnah ein, sondern kann auch ein paar Tage später auftreten.

Der Schmerz entsteht dadurch, dass sich die Muskulatur auf einmal stark verhärtet. Normalerweise sind die Rückenmuskeln der Betroffenen eher schwach, so dass sie eine Instabilität oder Überlastung nicht ausgleichen können. Häufig ist die Muskulatur schon längere Zeit geschwächt und unelastisch , meistens aufgrund von einseitiger Belastung und Bewegungsmangel.

Dadurch ist die Muskulatur verhärtet und unflexibel, Bänder werden stark strapaziert und die Nervenfasern gereizt. Bei irgendeiner Bewegung steht dann eine Blockade innerhalb dieses Gefüges. Es muss sich aber nicht unbedingt um eine körperliche Ursache handeln. Manchmal wird ein Hexenschuss auch durch eine kalte, nasse Witterung oder psychischen Stress ausgelöst.

Hexenschuss Symptome:

Plötzlicher stechender Schmerz Charakteristisch für einen Hexenschuss ist der plötzlich auftretende Schmerz im unteren Bereich der Lendenwirbelsäule oder am Kreuzbein. Die Betroffenen fühlen sich so, als sei ihr Rücken irgendwie blockiert. Der Schmerz wird als stechend, ziehend oder bohrend beschrieben und tritt meistens auf einer Körperseite auf.

Die Schmerzen sind teilweise so heftig, dass es den Patienten fast unmöglich ist, sich zu bewegen. Manchmal sind die Schmerzen aber nicht auf den Rückenbeschränkt, sondern strahlen auch in das Gesäß und die Beine aus. In einigen Fällen berichten Betroffene auch von einem Kribbeln oder Ameisenlaufen. Da die Patienten automatisch eine Schonhaltung einnehmen, entstehen in der Folge oftmals weitere Muskelverspannungen. Seltener ist die Brustwirbelsäule vom Hexenschuss betroffen, dann kann es zur Beeinträchtigung der Atmung kommen.

Wann mit einem Hexenschuss zum Arzt?

In der Regel fühlen sich Patienten mit Hexenschuss schon nach wenigen Tagen wieder besser. Über Möglichkeiten zu Linderung der Beschwerden wird weiter unten berichtet. Haben die Maßnahmen nicht geholfen, sollte man nach einigen Tagen den Arzt aufsuchen.

Allerdings sollte man umgehend zum Arzt gehen, am besten zu einem Orthopäden, falls man in den Beinen Missempfindungen hat oder wenn man unter Lähmungserscheinungen leidet. Der Arzt muss dann herausfinden, ob man es tatsächlich mit einem Hexenschuss zu tun hat, oder ob unter Umständen ein Bandscheibenvorfall vorliegt.

Auf eine ausführliche Anamnese folgen eine körperliche und eine neurologische Untersuchung. Dabei werden die Beweglichkeit der Wirbelsäule und die Reflexe beurteilt. Kann der Mediziner einen Bandscheibenvorfall oder andere Ursachen nicht komplett ausschließen, muss er bildgebende Verfahren nutzen. Zunächst wird eine Röntgenaufnahme gemacht, die bei Bedarf noch durch eine MRT oder einer CT ergänzt werden kann.

Hexenschuss: Erste Hilfe Tipps und Behandlungsmöglichkeiten!

Wenn man unter einem Hexenschuss leidet ist schnelle Hilfe angesagt, denn der Betroffene kann sich häufig gar nicht mehr alleine aufrichten, geschweige denn sich bewegen. Aus diesem Grund ist es ideal, wenn jemand greifbar ist, der erste Hilfe leisten kann. Zunächst einmal ist eine richtige Lagerung des Betroffenen wichtig, damit der Rücken entlastet wird.

Am besten hilft die so genannte Stufenlagerung, bei welcher der Patient auf dem Rücken liegt und seine Beine auf eine Couch oder einen Stuhl legt. Die Beine sollten dabei idealerweise einen Winkel von 90 Grad bilden. Auch Wärme kann für eine rasche Linderung sorgen, denn sie kann die Entspannung derMuskulatur fördern.

Zu diesem Zweck können eine Rotlichtlampe, das Wärmeplaster, ein Körnerkissen oder eine Wärmesalbe zum Einsatz kommen. Des weiteren können die Sofort- Tipss gegen Rückenschmerzen sowie die Akupressurmatte angewandt werden. Um die Schmerzen erträglicher zumachen, dürfen kurzzeitig auch Schmerzmittel eingenommen werden. Nach einem Hexenschusssollte man aber keinesfalls tagelang nur liegen. Es ist wichtig, in Bewegung zu bleiben, zum Beispiel durch Spazieren gehen oder sanftes Dehnen wie beispielsweise Yoga und Bewegen.

 

Fazit!

Der Hexenschuss, ist schmerzhaft und unangenehm geht aber in der Regel nach einigen Tagen wieder von alleine weg. Meistens liegt eine Ursache zugrunde, die mit Bewegung in Zusammenhang steht. Zu einseitige Belastungen, zu wenig Bewegung, Fehlstellungen oder schnelle ruckartige Bewegungen machen mehr als die Hälfte aller Hexenschuss- Symptome aus. Bei Extremen Schmerzen mit Missempfindungen sollte sofort ein Arzt kontaktiert werden um eine ausführliche Befundung durchzuführen.

Erste Schritte, die du sofort einleiten solltest, sind: Entlastung durch z.B. Stufenlagerung, Wärme, Sanftes Dehnen und Bewegen. Um einen Hexenschuss vorzubeugen ist es ratsam, dafür zu sorgen, dass der Rücken in einer guten Balance zwischen Kraft und Elaszität ist. Einseitige Belastungen im Alltag sollten durch Dehnen wie zum Beispiel im Faszienyoga oder Übungen mit der Faszienrolle wieder ausgeglichen werden.