Dass Bewegung die wohl beste (Vorbeugungs-)Maßnahme gegen Rückenschmerzen ist,
sickert so langsam zum allgemeinen Gesundheitsverständnis durch.

Doch was ist am gesündesten für den Rücken, wenn wir uns nicht bewegen können?
Zum Beispiel im Schlaf?

Wir erklären, inwiefern die Liegeposition und die Art der Matratze bei Rückenschmerzen
eine wichtige Rolle spielen…

Was die falsche Matratze für Schäden verursachen kann

Um die „falsche Matratze“ zu definieren, müssen wir zunächst einmal klären, welche Liegeposition ideal ist,
um Rückenschmerzen zu vermeiden. Denn je nachdem, welchen Liegestil du bevorzugst, kommen andere Matratzen in Frage.

In der Welt der Schlafenden gibt es insgesamt 3 Typen:

Seitenschläfer, Rückenschläfer und Bauchschläfer

Rückenposition oder Seitenlage?

Wir können an dieser Stelle vorwegnehmen, dass die Rückenlage die mit Abstand vorteilhafteste Position ist, weil hier alle Muskelpartien neutral sind und sich leicht strecken können. Zudem wird der Blutfluss optimal unterstützt und die Organe können sich wunderbar ausbreiten. Die Bauchposition bietet die gleichen Vorteile, kann aber unter Umständen zu viel Druck auf den Nacken ausüben. Seitenschläfer hingegen verharren gerne in der Embryonalstellung. Die Knie sind angezogen, die Schultern ziehen sich nach oben und der Kopf ragt leicht über den natürlichen Zentralpunkt hinaus – lustigerweise ist das die gleiche Position, die du beim Sitzen einnimmst, bloß in waagerechter Form. Auf diese Weise können ohnehin schon verkürzte Muskeln weiter verkürzen und der Bewegungsapparat presst sich noch stärker in jene Haltung, die für deine Rückenschmerzen verantwortlich ist.

So werden passionierte Seitenschläfer auf der falschen Matratze schnell unter Kopf, Schulter und Nackenverspannungen leiden, während sich schleichend eine Immobilität in der Hüfte und in der Lendenwirbelsäule breitmacht.

Die richtige Matratze hat daher genau eine Aufgabe:

Sie muss den individuellen Schlafstil bestmöglich unterstützen.

Schläfst du auf der falschen Matratze, darfst du kurz- mittel- und langfristig mit folgenden Beschwerden rechnen:

  • Verspannungen
  • Langfristig verkürzte Muskelpartien
  • Atembeschwerden
  • Schlechter Blutfluss
  • Kopfschmerzen
  • Schlechter Schlaf
  • Unschöne Körperhaltung (Giernacken, Hohlkreuz)

Woran erkennst du eine gute Matratze?

Die perfekte Matratze ist in gewisser Weise als Lineal zu verstehen, an welchem sich dein Körper gerade ausrichten kann. Da das für Seiten- und Rückenschläfer jedoch etwas anderes bedeutet, wollen wir im Laufe des Textes stets für beide Typen differenziert vorgehen.

Grundlegend unterscheidet man bei der Matratzenwahl zwischen folgenden Kriterien:

  1.  Härtegrad

  2.  Höhe

  3.  Material

Härtegrad:

Der richtige Härtegrad wird insbesondere durch das Körpergewicht bestimmt. Je mehr Gewicht du auf die Waage bringst, desto härter sollte auch die Matratze sein, damit kein zu starkes Einsinken provoziert wird. Insgesamt gibt es 5 Härtegrade:

  •  H1: sehr weich für Personen bis zu 50 Kg
  •  H2: weich für Personen bis zu 70 Kg
  •  H3: mittelfest für Personen zwischen 70 und 100 Kg
  •  H4: hart oder extra fest für Personen zwischen 100 und 130 Kg
  •  H5: sehr hart für Personen ab 130 Kg
Faustregel: Seitenschläfer sollten zu einer weicheren Matratze tendieren, um einen Ausgleich an den Körperschwerpunkten zu gewährleisten. Für Rücken- und Bauchschläfer kann die Matratze gar nicht hart genug sein, da sie als Lineal zur möglichst geraden Ausrichtung dienen soll.

Höhe:

In der Regel wird eine Höhe von 19 bis 24 cm empfohlen. In diesem Bereich weist die Matratze ausreichend Spielraum auf, um auch einem Seitenschläfer das Einsinken der Schulter und Hüfte zu ermöglichen, während ein Rücken- oder Bauchschläfer beim richtigen Härtegrad ebenfalls auf seine Kosten kommen wird.

Ab 25 cm sprechen wir von einer Komforthöhe, welche häufig bei Boxspringbetten vorkommt. Durch die enorme Höhe braucht es nämlich keinen ausgleichenden Lattenrost mehr.

Darüber hinaus gibt es noch die Kernhöhe, welche zwischen 14 und 19 cm liegen sollte (je höher das Körpergewicht, desto mehr Kernhöhe). Diese bestimmt die Druckresistenz und unterstützt den Schlafenden an punktuellen Körperstellen.

Faustregel: Seitenschläfer sollten eine mindestens 20 cm hohe Matratze haben. Rückenschläfer und Bauchschläfer dürfen ruhig eine flachere Matratze nutzen.

Materialien:

Das Material bietet derweil 6 verschiedene Auswahlmöglichkeiten:

  • Federkern : sehr günstig, tendenziell fest, ideal für Rücken- und Bauchschläfer
  • Taschenfederkern: für häufigen Positionswechsel, für Vielschwitzer, nicht zu fest  und nicht zu weich
  • Kaltschaum: mittelweich bis mittelfest, für häufigen Positionswechsel
  • Viscoschaum: ideal für Seitenschläfer, ideal bei Rückenschmerzen, keine Druckstellen, gute Konturenanpassung
  • Gelax: Druckentlastend, ideal für Seitenschläfer, schweißneutralisierend, weich bis mittelweich
  • Latex: ideal für Seitenschläfer, tieferes Einsinken, ideal bei Rückenschmerzen

Die perfekte Matratze bei Rückenschmerzen

Bei Rückenschmerzen kannst du zwei Wege verfolgen, um diese mit der richtigen Schlafposition und Matratze abzulindern.

Der erste Weg liegt darin, eine möglichst harte Matratze zu benutzen und sich relativ konsequent einen Rücken- oder Bauchschlafstil anzueignen. Auf diese Weise bringst du dich in die ideale Position, um alle Muskelpartien ins Gleichgewicht zu bringen. Die besten Materialien sind Federkern, Taschenfederkern und Kaltschaum.

Der zweite Weg besteht darin, weiterhin im Seitenschlafmodus zu leben und mit der Matratze jene Punkte auszugleichen, die ein Verspannungspotenzial bärgen. In diesem Falle ist vor allem eine weiche bis mittelweiche, sowie hohe (mindestens 20 cm) Latex-, Gelax- oder Viscoschaum Matratze bei Rückenschmerzen empfehlenswert. Diese gewährleisten, dass die Schulter und die Hüfte etwas nach unten korrigiert werden, wodurch die Wirbelsäule gerade und der Muskelapparat entspannt bleibt.

Sei dir bewusst, dass es langfristig immer besser ist, sich den Rücken- oder Bauchschlaf anzugewöhnen. In der Seitenschlafposition kannst du lediglich Schadensbegrenzung betreiben.

Doch Vorsicht! Je nachdem, wie lange du den Seitenschlaf gewohnt bist, musst du mindestens 2 Wochen oder mehr einplanen, um dich mit der Rückenlage anzufreunden. In dieser Zeit kann die Schlafqualität massiv leiden!

Matratze kaufen: Kosten, Probeliegen, On- oder Offline?

Eine Matratze ist eine Investition in die Zukunft. Je besser sie deinen Schlafstil beipflichtet, desto mehr wirst du von einem höheren Energielevel, einem leichteren Körpergefühl, einer besseren Durchblutung und einem angenehmeren Schlaf profitieren – und das für einige Jahre!

Du solltest also nicht auf Zwang die billigste Matratze kaufen. Ein angemessener Preis liegt grobgesagt irgendwo zwischen 200 und 500€, auch wenn der Kostenpunkt allein keine Qualitätsgarantie darstellt.

Wenn du dir unsicher bist, empfehlen wir dir, dich vor dem Kauf in einem Bettenhaus einmal richtig auszutoben und alle Matratzenformen zu testen. Mit der richtigen Beratung kannst du vor Ort die perfekte Kombination aus Höhe, Härte und Material ermitteln.

Matratzen online kaufen – sinnvoll?

Wenn du haargenau weißt, welche Matratzenform du benötigst, ist der Onlinekauf meistens stressfreier und kostengünstiger. Du musst lediglich beachten, dass du aufgrund der Maße und des Gewichts einen höheren Versandpreis bezahlen musst.

Etwaige Plattformen sind:

  • Amazon.de
  • Schlafwelt.de
  •  Matratzen-concord.de
  • Ikea.de

Wie lange kann ich meine Matratze benutzen?

Als Schlagzahl wird für Matratzen eine Lebenszeit von 10 Jahren ausgerufen. Nach dieser Zeit sind sie durchgelegen und verlieren ihre Stützkraft. Auch aus hygienischer Sicht ist es sinnvoll, die Schlafunterlage nach einem Jahrzehnt zu wechseln.

Um die Hygiene und die druckausgleichende Funktion möglichst lange aufrecht zu halten, kannst du die Matratze ca. einmal im Monat umdrehen, kräftig abklopfen und für 1-2 Stunden auslüften lassen.

Fazit: Matratze bei Rückenschmerzen

Die richtige Matratze bei Rückenschmerzen zu finden hängt immer von deiner präferierten Schlafposition ab. Während die Rücken- und Bauchlage optimal ist und durch eine möglichst harte Matratze perfektioniert wird, sollten chronische Seitenschläfer zu einer hohen und weicheren Unterlage greifen.
Unsere Kauftipps rund um die perfekte Höhe und den idealen Härtegrad sollten dir bei der Auswahl helfen – ansonsten lohnt sich der Besuch eines Bettenhauses, um die verschiedenen Unterlagen richtig auszutesten.