Rundrücken – Wer das Wort “Buckel” hört, denkt in erster Linie meist an ältere Menschen, die nach vorne gekrümmt und nur schwerfällig vorankommen. Allerdings kann diese Krankheit auch jüngere Menschen treffen. Generell ist sie sehr facettenreich, was die Ursache und Art der Erkrankung angeht. Allerdings gibt es Hoffnung auf eine korrekte Behandlung, die eine Linderung und Verbesserung der eigenen Situation mit sich bringt. Nachfolgend erläutern wir sämtliche Einzelheiten zum sogenannten Rundrücken und geben Tipps zu speziellen Übungen gegen Rundrücken, die Du ganz einfach selbst unternehmen kannst.

Was ist ein Rundrücken?

Der Rundrücken gehört mit zu den häufigsten Krankheiten, die den Rücken betreffen. Er zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass die Wirbelsäule unterhalb des Genicks gekrümmt ist und der Betroffene keine gerade Haltung mehr einnehmen kann. Dazu werden die Schulterblätter viel zu stark nach oben, beziehungsweise nach vorne gezogen.

In der Medizin wird er auch als “Kyphose”, oder “Hyperkyphose” bezeichnet, andere Namen sind “Witwen-” oder “Hexenbuckel”. Der Alltag betroffener ist stark beeinträchtigt, oftmals leiden sie unter starken Schmerzen und weiteren Symptomen. Mit dazu gehören eine stark eingeschränkte Beweglichkeit, sowie eine erschwerte Atmung. Eine beeinträchtigte Verdauung kann ebenso vorkommen, manche leiden unter Herz-Kreislauf-Problemen.

Anatomie Rücken und Rundrücken

Um die Erkrankung als Rundrücken zu klassifizieren, muss die Krümmung im Bereich der oberen Wirbelsäule, der Brustwirbelsäule, vorhanden sein. Stärke und Ausprägung hängen von der Anatomie, sowie dem Bewegungsverhalten des Einzelnen ab. Der typische Rundrücken wirkt, von der Seite betrachtet, rund, was ihm auch seinen Namen einbrachte.

Ein weiteres Merkmal im Rahmen der Anatomie sind die Schulterblätter. Sie stehen bei einem Rundrücken regelrecht ab, weswegen sie in der Medizin auch oft als “Engelsflügel” bezeichnet werden.

Entstehung und Ursache für einen Rundrücken

Zwar wird der Rundrücken oftmals mit dem Alter in Verbindung gebracht, die Ursachen hierfür sind allerdings sehr viel unterschiedlicher.Daher folgt hier zunächst eine kleine Übersicht, an der Du Dich orientieren kannst:

Bezeichnung Ursache und Erklärung

Posturale Kyphose: Hierbei handelt es sich um den typischen Rundrücken, der sowohl im Alter als auch in der Jugend auftreten kann. Verursacht wird er durch eine schlechte Haltung, sowie eine mangelnde Muskulatur. Bei älteren Menschen entsteht er häufigaufgrund einer Osteoporose-Erkrankung. Die Wirbelkörper brechen infolge der Erkrankung leicht und sinken zusammen. Dadurch verkürzt sich die Wirbelsäule, der Rücken krümmt sich.

Scheuermann-Kyphose: Sie wird auch als Morbus Scheuermann bezeichnet und ist eine schwerwiegendere Form des Rundrückens. Das Zentrum der Erkrankung liegt am unteren Ende der Brustwirbelsäule. Sie entsteht schon in der Jugend, der Betroffene ist nicht mehr in der Lage, eine korrekte Haltung einzunehmen. Die Form der Bandscheiben ist bei dieser Art von Rundrücken unregelmäßig, manche von ihnen sind sogar keilförmig und fallen zwischen den einzelnen Wirbeln vor. Meist wird diese Krankheit vererbt.

Angeborene Kyphose: Sie entsteht für gewöhnlich schon im Mutterleib. Der Rücken derKinder ist bei der Geburt missgebildet, die Wirbel miteinander verschmolzen. Eine Fehlhaltung muss nicht zwingend im Kindesalter auftreten, die meisten Betroffenen bekommen erst im Jugendalter Probleme.

Nutrionale Kyphose: Sie entsteht aufgrund einer dauerhaften Mangelernährung in derKindheit. Besonders prägnant ist hierbei ein Defizit an Vitamin D, welches maßgeblich an der korrekten Ausbildung der Knochen beteiligt ist. Neben der Wirbelsäule können hier auch andere Gliedmaßen, beispielsweise die Arme, betroffen sein.

Posttraumatische Kyphose: Sie entsteht aufgrund einer unzureichenden Behandlung vorangegangener Wirbelbrüche.

Was fördert einen Rundrücken?

Mangelnde Bewegung ist in der heutigen Gesellschaft ein großes Problem. Sitzt Du beispielsweise den ganzen Tag im Büro am Computer, besteht das Risiko, dass Du im Alter einen Rundrücken entwickelst. Gleiches gilt für alle Aktivitäten, bei denen Du Dich immer wieder nach vorne beugen musst, oder in dieser Haltung verharrst. Deshalb erkranken auch viele Menschen, die über Jahre hinweg in einer gebückten Haltung arbeiten müssen.

Ein weiteres Problem ist Übergewicht, besonders im Bereich der Brust. Es zieht den Körper nach vorne und fördert automatisch eine Fehlhaltung.Wird nichts gegen die Fehlhaltung unternommen, nimmt der Betroffene oftmals einen anderen Gang ein, um den Rücken zu entlasten. Diese Meidungshaltung führt jedoch nur zurVerschlimmerung des Problems.

Was kannst Du gegen den Rundrücken tun?

Je nachdem, wie stark der Rundrücken ausgeprägt ist, gibt es mehrere Möglichkeiten, etwas dagegen zu unternehmen. Eine Operation sollte dabei der letzte Ausweg sein, da sie nicht nur ein großes Risiko darstellt, sondern auch nicht immer erfolgreich ist.

Die effektivste Maßnahme gegen einen Rundrücken ist Bewegung. Besonders die Streckung und die Beweglichkeit der Wirbelgelenke und Rückenmuskulatur sollte trainiert werden. Hierfür bietet dir einerseits Krafttraining durch gezielte Übungen eine wirksame Lösung zur Stärkung der Muskulatur. Im Fokus stehen dabei vor allem die folgenden Muskeln, beziehungsweise Muskelgruppen:

●mittlere Rückenmuskeln (auch als Trapezmuskeln bekannt)
●obere Rückenstreckermuskeln (Muskeln zur Aufrichtung der Wirbelsäule)
●Sägezahnmuskel (sitzt unterhalb der Achseln, seitlich der Brust)
●Rhomboideus Muskeln (schräg verlaufende Muskeln zwischen den Schulterblättern)
●Brustmuskulatur
●die breiten Rückenmuskeln
●oberer Trapezmuskel
●Schulterblattheber (Muskeln seitlich des Genicks)

Andererseits ist die Flexibilität der Faszien wichtig um gegen den Rundrücken zu Arbeiten. Hierfür bietet dir Yoga oder Faszienyoga die perfekte Übungsmaßnahme.
An Therapiekonzepten wird innerhalb Deutschlands hauptsächlich die Schroth-Methode angewandt, welche von Katharina Schroth entwickelt wurde. In dem Konzept sind mehrere Übungstechniken enthalten, welche die Wirbelsäule aufrichten sollen. Dazu kommt eine Atemtherapie und allgemeine Bewegungsstrategien, die von Betroffenen im Alltag umgesetzt werden können.

5 Übungen gegen den Rundrücken

Um einen Rundrücken vorzubeugen, gibt es besondere Rundrückenübungen, die Du nicht nur einfach nachmachen kannst, sondern auch ganz schnell in Deinen Alltag einbindest:

●Rückbeugen im Stehen: Ziehe im Stehen die Schultern nach hinten und strecke die Brust nach vorn. Halte diese Position über mehrere Sekunden, bevor Du langsam locker lässt.

●Brustmuskeln dehnen: Lehne einen Unterarm gegen eine Wand, so dass das Ellenbogengelenk sich etwas oberhalb Deiner Schulterhöhe befindet. Dann drehst Duden Oberkörper und den Kopf so weit zur Gegenseite, dass Du ein leichtes Ziehen in der Brust wahrnimmst. Verharre ein paar Sekunden in dieser Position und lasse dann wieder locker.

●Rückbeugen auf dem Bauch: Lege Dich auf den Boden und strecke die Beine aus. Deine Arme liegen eng am Körper, es ist wichtig, dass Deine Ellenbogen nach hinten zeigen. Richte den Blick nach unten und spanne nun die Beine an. Hebe die Schultern mehrmals nach oben und senke sie langsam wieder ab.

●Latissimus dehnen: Halte Dich an einem Türrahmen fest und gehe langsam in die Hocke. Deine Hände sollten sich in Höhe Deines Kinns befinden. Verlagere nun Dein Gewicht nach hinten und warte, bis sich die seitlichen Rückenmuskeln entspannen.

●Oberen Trapezmuskel entspannen: Greife mit einer Hand nach hinten und ziehe den anderen Arm zur gegenüberliegenden Seite. Neige dann den Kopf von der abgesenkten Schulter weg und halte diese Position für einige Sekunden. Wiederhole diese Übung auch auf der anderen Seite.

Um einen möglichst guten Effekt zu erzielen, solltest Du die Übungen regelmäßig anwenden.

Fazit

Der Rundrücken ist eine Krankheit, die viele Gesichter hat, von der aber nicht nur alte Leute betroffen sind. Sofern er nicht vererbt ist, entsteht er häufig durch eine Fehlhaltung, oder mangelnde Bewegung.

Nicht immer ist eine Operation erforderlich, um die überwiegend schmerzhaften Symptome zu lindern. Im Gegenzug bietet die Medizin heutzutage geeignete Behandlungsmethoden wie das Korsett an und verordnet Patienten eine geeignete Physiotherapie.

Zur Vorbeugung empfehlen sich außerdem spezielle Rundrückenübungen, mit denen Du derEntstehung eines Rundrückens gut aus dem Weg gehen kannst.